ADHS-Diagnostik

ADHS Diagnostik im Erwachsenenalter

ADHS – wenn Alltag zur 
dauernden Herausforderung wird

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist keine reine „Kinderdiagnose“. Bei vielen Betroffenen bleiben Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen – häufig unerkannt oder fehlinterpretiert. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass ADHS auch bei Erwachsenen eine relevante neurobiologische Entwicklungsstörung ist, die das Denken, Fühlen und Handeln nachhaltig beeinflussen kann. (Ebert et al, 2003)

Typische Symptome im Erwachsenenalter sind unter anderem anhaltende Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Impulsivität, Schwierigkeiten in der Selbstorganisation sowie Probleme bei der Priorisierung von Aufgaben. Viele Betroffene berichten zudem von chronischer Überforderung im Berufs- und Alltagsleben, häufigem Aufschieben wichtiger Aufgaben („Prokrastination“), emotionaler Dysregulation sowie einem ausgeprägten Gefühl des „Nicht-Funktionierens“ (Stieglitz, 2023)

Unbehandelt kann ADHS erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche haben: berufliche Instabilität, Konflikte in Beziehungen, ein erhöhtes Risiko für Angststörungen, Depressionen oder Substanzmissbrauch sowie ein dauerhaft vermindertes Selbstwertgefühl sind wissenschaftlich gut dokumentierte Folgen (Roberto, 2026)

Gerade deshalb ist eine fundierte Diagnostik im Erwachsenenalter von zentraler Bedeutung. Sie ermöglicht nicht nur Klarheit über die zugrunde liegenden Ursachen der Symptome, sondern bildet auch die Grundlage für eine gezielte, evidenzbasierte Behandlung. Eine gesicherte Diagnose kann entlastend wirken und eröffnet Zugang zu wirksamen therapeutischen Strategien, Psychoedukation sowie – falls indiziert – medikamentöser Unterstützung.

Ablauf

Im Rahmen der ADHS Diagnostik werden je nach Ausmaß der Symptomatilk 3 - 5 Termine erfolgen. 

Neben einer ausführlichen Anamnese und der Anwendung wissenschaftlich fundierten Diagnostikinstrumente, wird auch ein standardisiertes Interview zur Erfassung aller relevanter Bereiche durchgeführt. Daneben werden fremdanamnestische Informationen erhoben, um eine aussagekräftiges Symptombild zu erhalten und eine gesicherte Diagnose stellen oder auschließen zu können. 

Jede ADHS-Diagnostik wird mit einem ausführlichen Befundbericht abgeschlossen.

 

 

 

 

 

Quellen:

Ebert, D., Krause, J., & Roth-Sackenheim, C. (2003). ADHS im Erwachsenenalter-Leitlinien auf der Basis eines Expertenkonsensus mit Unterstutzung der DGPPN. Nervenarzt, 74(10), 939-945.

Stieglitz, R. D. (2023). Diagnostik und Differenzialdiagnostik der ADHS im Erwachsenenalter. Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie&Neurologie, 01-2023.

Roberto, D. A. (2026). Verhaltenstherapie bei ADHS im Erwachsenenalter. PiD-Psychotherapie im Dialog, 27(01), 47-53.

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